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US-Soldatenfriedhof und Gedenkstätte

von Henri-Chapelle in HOMBOURG


Die "American Battle Monuments Commission" (ABMC), vom Kongress in 1923 gegründet, ist eine selbständige US-Regierungsbehörde. Sie hat den Auftrag, die Erinnerung an die Dienste und Errungenschaften der Vereinigten Staaten, wo immer sie seit dem 6. April 1917 gedient haben (Datum des US Eintritts in den ersten Weltkrieg), zu erhalten. Diese Kommission ist verantwortlich für die Errichtung von geeigneten Gedenkstätten, für den Entwurf, die Konstruktion, den Betrieb und dauerhaften Erhalt der Amerikanischen Militärfriedhöfe und Denkmäler in fremden Ländern. Sie kontrolliert ebenfalls den Entwurf und die Konstruktion solcher Monumente und Denkmäler durch US-Ingenieure und Organisationen, öffentliche und private, in fremden Ländern. Ihre Aufgabe ist, die Bürger und Organisationen dazu zu ermutigen, diese Monumente und Denkmäler zu erhalten.

Dieser Friedhof wurde nach der historischen Stadt "Henri-Chapelle" an der Hauptverkehrsstrasse zwischen Lüttich und Aachen benannt. Die Stadt "HenriChapelle" erhielt ihren Namen im Jahre 1172 durch eine offizielle Charta Heinrich des III., des Herzogs von Limpburg. Die ebenfalls sehr interessante Kirche der Stadt ist im gotischen Stil - mit romanischem Kuppelgewölbe - erbaut und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sie gilt als historische Stätte.

Der etwa 23 ha umfassende Friedhof wurde im September 1944 von der I.US-Infanteriedivision der 1. US-Armee als Kriegsgräberstätte eingerichtet. Friedhof und Gedenkstätte wurden im Jahre 1960 fertig gestellt, die feierliche Einweihung erfolgte am 9. Juli desselben Jahres.

Auf diesem Friedhof ruhen 7.989 unserer gefallenen Soldaten, von denen die meisten ihr Leben bei der Abwehr der deutschen Gegenoffensive in den Ardennen oder beim Vorstoß nach Deutschland hinein im Herbst und Winter 1944 und im Frühjahr 1945 ließen. Andere fielen bei Luft- kämpfen in diesem Raum.

Während der Ardennenoffensive drangen in amerikanische Uniformen gekleidete Feindtruppen sogar bis Henri-Chapelle und Umgebung vor, wo sie dann gefangen genommen wurden.

Die Anlage: Westlich der Straße, die durch das unter Landschaftsschutz stehende Gebiet verläuft, befinden sich der Aussichtspunkt und einer der Fahnenmasten. Die Strafe zum Aussichtspunkt ist mit Linden gesäumt. Im Friedhofsbereich selbst sind insgesamt 1,615 Meter Weißdornhecken, 950 Meter Buchsbaumhecken und 24 Rhododendronbeete angelegt. Vom Aussichtspunkt bietet sich ein herrlicher Blick über die hügelige Landschaft und entfernte Kirchtürme; eine Landschaft, die als das Tal von "Berwinne" und "Plateau de Herve" - auch ein ehemaliges Schlachtfeld bekannt ist.

Den Weg zur Kolonnade säumen Sträucher roter und rosaroter Polyantharosen. Entlang der Kolonnade selbst finden sich Anpflanzungen weißer Polyantharosen; der Ubergang von der Kolonnade zur Kapelle und zum Museum erhält durch übergreifende Eibenzweige seine besondere Note.

Die Gedenkstätte umfasst die Kapelle (Nordseite) und das kombinierte Besucher-/Museumsgebäude (Südseite), die durch eine Kolonnade von 12 Paaren rechteckiger Pylone verbunden sind. Ostwärts der Kolonnade erstreckt sich eine große Terrasse mit zum Gräberfeld hinabführenden Wegen. Die Außenseite der Gedenkstätte besteht aus von der Côte d'Or in Frankreich stammendem Massangins-Kalkstein. Kolonnade, Kapelle und Museum sind mit Pflastersteinen aus Sankt Gotthard-Granit ausgelegt.

Die Kolonnade: Auf Pylonen der Kolonnade sind die Namen von 450 Vermissten, die ihr Leben im Dienste ihres Landes opferten, deren sterblichen Überreste jedoch niemals gefunden oder identifiziert worden sind, sowie die Siegel der Staaten und Territorien eingraviert. In der Laibung der Kolonnade befinden sich dreizehn Sterne aus goldenem Glasmosaik.

Die Kapelle: Die Türen der Kapelle sind aus Bronze gefertigt. Der Altar besteht aus blauem belgischen und grünern italienischen Issorie-Marmor, des Gestühl aus Walnuss. Das Kreuz ist rechts, die Bänke sind absichtlich links der Längsachse angeordnet (mit seitlichern Lichteinlass, so dass eine harmonische Gestaltung gegeben ist.

Vor dem Gräberfeld steht eine Bronzestatue des Erzengels, der den Lorbeerzweig über die gefallenen Helden hält, die er dem Allmächtigen in besonderer Weise anempfiehlt.

Das Grabfeld. ie Anlage ist in acht, mit den Buchstaben "A" bis "H" bezeichnete Parzellen unterteilt; diese wiederum sind durch den axial verlaufenden breiten schattigen Promenadenweg und durch längs angelegte Graswege voreinander getrennt.



Die Grabsteine sind leicht bogenförmig angeordnet und erstrecken sich über einen weiten grünen und sanft abfallenden Hang; sie geben den Blick frei auf das wellige bewaldete Gebiet im Osten, das früher einmal Schlachtfeld war.

Die hier ruhenden Gefallenen kamen aus 49 US-Bundesstaaten sowie aus dem Distrikt of Columbia, aus Panama und England. In 35 Gräbern liegen jeweils zwei Brüder Seite an Seite, in einem Grab sogar drei Brüder. Darüber hinaus gibt es 94 Grabstätten unbekannter Soldaten. Die Zentralallee endet an einem von einer Mauer eingesäumten Platz, auf dem sich ein Fahnenmast befindet. An die Rückseite dieses Platzes grenzt ein Eichen- und Fichtenwäldchen.

Der ranghöchste Offizier, der auf diesem Friedhof ruht, ist Brigadier General Frederick W. Castle von der US-Luftwaffe. General Castle wurde am 24. Dezember 1944 über diesem Gebiet abgeschossen, als er den größten Bomberverband der Militärgeschichte befehligte.

Nahezu alle Ruhestätten unserer Gefallenen bei HenriChapelle wurden von ortsansässigen belgischen Familien in fürsorgliche Obhut genommen, die den Friedhof an religiösen Feiertagen und an Wochenenden besuchen und die Gräber mit Blumen schmücken. Unterhaltung und Pflege dieses Friedhofs und der Gedenkstätte obliegen jedoch der American Battle Monuments Commission, Arlington, VA.

Die Pflanzungen: Eine von gestutzten Buchsbaumhecken umgebene schöne Grünanlage trägt wesentlich zur Erhöhung der Wirkung der Gedenkstätte selbst bei. Die Gruppen von Trauerweiden an jedem Ende der Gedenkstätte heben mit ihrem Laubwerk den architektonischen Gesamteindruck noch mehr hervor.

Die zum Gräberfeld hinabführenden Wege sind von weiteren gestutzten Buchsbäumen flankiert; die angrenzenden Randstreifen sind mit Rosensträuchern versehen, und der eigentliche Bestattungsbericht ist mit Gruppen von Birken, Weißbuchen und Eiben bepflanzt.

Die Umfassungsmauer wird von frei wachsenden Buchsbaumgruppen und Weißbuchen unterbrochen.

Hinter der Umfassungsmauer entstehen Fichten-, Lärchen- Birken- und Rhododendronhaine, die den Friedhof in Zukunft einen eindrucksvollen Rahmen verleihen werden.

Die Architekten dieses Friedhofs und der Gedenkstätte waren die Herren Holabird, Root und Burgee aus Chicago, Illinois. Für die landschaftliche Gestaltung zeichnete Franz Lipp aus Chicago verantwortlich.

Das Fotografieren auf dem Friedhof ist gestattet. Werden die Aufnahmen jedoch für kommerzielle Zwecke verwendet, ist vorher bei unserem europäischen Büro eine entsprechende Genehmigung einzuholen. Informationen über die Ausschmückung der Gräber sind bei der Friedhofsverwaltung erhältlich.

(Siehe auch: Museum und Amerikanisches Memoriaal)


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